Die geheimnisvolle Insel

Vor Oskarshamn schimmert sie am Horizont - Blå Jungfrun (Blaue Jungfrau), die mythenumwobene geheimnisvolle Insel. Mit fantastischer Natur und einer Ruhe, die man für kein Geld der Welt kaufen kann.
Eine Fahrt hinaus zur Blå Jungfrun ist in ihrer ganzen Einfachheit ein richtig tolles Erlebnis”, meint Åse Möller, die im Sommer als Reiseführerin auf der Insel arbeitet.

Die Überschrift „Die geheimnisvolle Insel” wurde dem Buch gleichen Namens entnommen.
„Ein fantastischer Bildband von Martin Borg und Ola Karlsson, den ich wärmstens empfehlen kann”, so Åse.

Sie ist so etwas wie ein Blå-Jungfru-Urgestein, da sie zum ersten Mal ihren Fuß auf die Insel gesetzt hat, als sie noch ganz klein war.

„Beim ersten Mal war ich erst anderthalb Jahre alt”, sagt sie lächelnd. „Es folgte eine ganze Reihe von Besuchen und mittlerweile bin ich zusammen mit meinem Mann in jedem Sommer für einige Wochen hier als Reiseführerin tätig.”
Die Töchter Liv und Lisa folgen in Mamas Fußspuren und sind immer dabei.

Jedes Jahr kümmern sich bis zu zehn Reiseführer-Paare um die Angelegenheiten auf der Insel und nehmen die vielen Touristen in Empfang, die die Insel besuchen.

„Wir sind immer zu zweit und verbringen dort draußen mindestens eine Woche am Stück”, erzählt Åse. Die Aufgaben bestehen darin, auf der Insel für Ordnung zu sorgen, den Besuchern Tipps zu Erlebnissen zu geben und in einigen Fällen auch Ratschläge zu erteilen, in welchem Naturhafen sie anlegen sollen, falls sie mit dem eigenen Boot kommen.

Die allermeisten Besucher kommen jedoch mit den Schiffen M/S Solkust und M/S Solfrun, die in Oskarshamn und Byxelkrok ablegen.

Intensive Saison
Bei www.solkustturer.se kann man sowohl einen Schiffsausflug als auch eine Übernachtung buchen.

„Ja, seit drei Jahren ist es erlaubt, in einem der beiden Unterstände auf der Insel zu übernachten”, erzählt Åse. „Aber vorher muss man einen Platz buchen und schlafen darf man nur in den Unterständen, nicht auf den Felsen.”

In jedem Unterstand haben vier Personen Platz, sodass insgesamt acht Personen pro Nacht hier schlafen können.

Blå Jungfrun oder Blåkulla, wie die Insel auch genannt wird, ist schon seit langer Zeit ein beliebtes Ausflugsziel. Åse hat in den vergangenen Jahren einen starken Trend festgestellt.

„Sehr viele Leute reisen von weither an, um mit dem Schiff auf die Insel überzusetzen, erheblich mehr als die lokale Bevölkerung.”

Åse und Magnus Möller, die übrigen Reiseführer und Thomas Palmquist und seine Mitarbeiter von Solkustturer erwartet jetzt eine intensive Zeit.

„Für uns Reiseführer beginnt die Saison in der Mittsommerwoche und sie reicht ein gutes Stück in den August hinein”, sagt Åse.

Die letzte Fahrt des Jahres von Solkustturer ist am 1. September.

Überwältigend
Der weltberühmte Naturforscher Carl von Linné, der aus Småland stammte, besuchte 1741 Blåkulla, wie die Insel bereits damals genannt wurde. Der Aufenthalt scheint ihm nicht besonders gefallen zu haben, da er seinen Besuch wie folgt beschreibt: „Wenn irgendein Ort auf dieser Welt scheußlich ist, dann gehört dieser hier gewiss zu den schrecklichsten”.

Dem guten Linné kann man nur schwerlich beipflichten, wenn man einmal seinen Fuß auf die Blå Jungfrun gesetzt hat oder sie von einem Boot oder Schiff draußen auf dem Kalmarsund aus der Ferne betrachtet hat. Denn die Natur ist überwältigend schön und wer nicht die Insel erkunden und über Stock und Stein klettern will, kann sich auf einem der fantastischen Felsen ein Plätzchen suchen und einfach die Ruhe genießen.