Eine perfekte Botschafterin

Die Liebe hat sie nach Schweden geführt - zuerst nach Kristdala und dann nach Oskarshamn. Jetzt verbringt Natalya Denysenko einen Teil ihrer Zeit damit, anderen Neuankömmlingen unter die Arme zu greifen. Ein perfekter Lotse und eine perfekte Botschafterin für Oskarshamn.

Ihre erste Reise nach Schweden unternahm Natalya 2014. Damals hatte sie zu Hause in Kiew in der Ukraine Peter aus Schweden kennengelernt und sich verliebt. Sie kam nach Schweden, um einige Monate lang „zur Probe” mit ihm zusammenzuwohnen. Und da Peter aus Kristdala stammt, sind sie dort gelandet.

„Das war für mich ein regelrechter Kulturschock”, erzählt Natalya. „Aus der Großstadt Kiew in einen kleinen Ort in Småland zu ziehen, war eine große Umstellung. Ich habe mich gefragt, wo die ganzen Leute stecken”, erinnert sie sich und lacht.

2015 waren dann alle Papiere und Dokumente fertig. Natalya nahm ihren damals 6-jährigen Sohn Bogdan und siedelte endgültig nach Schweden über. Schließlich zog die kleine Familie nach Oskarshamn, wo Peter bei Scania beschäftigt ist. Natalya begann sofort, Schwedisch zu lernen.

„Die Sprache zu lernen, ist das absolut Wichtigste”, sagt sie.

Mentor
„Schwedisch für Einwanderer” (SFI) stand für Natalya auf dem Stundenplan und wenn sie heute auf diese Zeit zurückblickt, empfindet sie Freude und Dankbarkeit.

„Es war eine fantastische Zeit. Noch heute, wenn ich meine alten Klassenkameraden in der Stadt treffe, unterhalten wir uns, umarmen uns und lachen miteinander. Ich habe viele tolle Erinnerungen an den Sprachkurs SFI.”

Aber Natalya hat sich nicht damit begnügt, nur die Sprache zu lernen und sich mit der schwedischen Kultur vertraut zu machen. Sie wollte arbeiten und fing an, die Möglichkeiten zu untersuchen, um auf dem schwedischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

„Ich kam in Kontakt mit Jenny Rees vom Unternehmen SKB, die zu meinem Mentor wurde”, erzählt Natalya. „Es war unglaublich nützlich, jemanden zu haben, der einem dabei behilflich ist, die Türen zur Arbeitswelt im neuen Land zu öffnen.”

Natalya bekam außerdem die Chance, ein Sprachpraktikum beim Veranstalter Attraktiva Oskarshamn zu absolvieren, um sowohl ihre Sprachkenntnisse zu verbessern als auch den Einstieg ins Arbeitsleben zu schaffen. Mithilfe des staatlichen Ausbildungsprogramms Lernia landete sie schließlich beim Arbeitgeber ihres Lebensgefährten Peter.

„Ich bin jetzt seit zwei Jahren bei Scania und mittlerweile direkt beim Unternehmen angestellt.”

Dankbar
Aber welcher Unterschied besteht eigentlich zwischen der Ukraine und Schweden und zwischen Kiew und Oskarshamn - abgesehen von der Größe der Stadt?

„Ich liebe diese Stadt”, erklärt Natalya. „Hier liegt alles in der Nähe und Bogdan entdeckt hier ständig etwas Neues. Er spielt Eishockey, geht schwimmen und lernt Klarinette. Er hat jede Menge zu tun und oft fahren wir zu Auswärtsspielen mit oder schauen beim Training zu.”

Natalya lobt bei dieser Gelegenheit auch das schwedische Schulsystem und ist sehr dankbar, dass Bogdan die Kristinebergschule besuchen kann.

„Zwischen der schwedischen und der ukrainischen Schule besteht ein ziemlich großer Unterschied”, sagt sie.

Wenn Natalya und Peter freihaben, fahren sie häufig hinaus in die Natur. Natalya muss lange über die Frage nachdenken, ob sie etwas in ihrer neuen Heimatstadt vermisst.

„Es müsste hier ein Spiel- und Erlebniscenter für Kinder geben”, sagt sie. „Ich wohne ja jetzt in Oskarshamn und möchte mein Geld hier in der Gemeinde ausgeben und für ein solches Erlebnis nicht weite Strecken fahren müssen.”

Ja, es besteht überhaupt kein Zweifel, dass Natalya aus der Ukraine hier ihren Platz gefunden hat - sowohl in Sachen Liebe als auch rein geografisch an der småländischen Ostküste.