Siegertyp

Sie ist in Zeitungen und im TV zu sehen und nimmt an Tennisturnieren in ganz Europa teil. Aber in Oskarshamn fühlt sich die 24-jährige Rebecka Sternisa Bellander am wohlsten. 2019 ist sie versessener denn je auf das Großereignis Paralympics und die Teilnahme am TV-Format Vinnarskallar (dt. Siegertypen).

Tennis, Tennis und nochmals Tennis. Rebeckas Leben ist randvoll gefüllt mit dem Sport, den sie liebt. Dem Sport, der ihr wieder zurück ins Leben verhalf, als sie als 16-Jährige an Rückenmarkentzündung erkrankt ist und ihre Beine seitdem gelähmt sind.

„Mein Leben hat sich sehr schnell verändert”, erzählt sie. „Vom Zeitpunkt, als ich die ersten Symptome verspürt habe, bis die Lähmung eintrat, hat es nur zwei Tage gedauert.”

Anfangs hatte Rebecka mit einer Fußballkarriere geliebäugelt. Daraus wurde irgendwie nichts und sie hat sich stattdessen mit Schläger, Ball und Netz arrangiert und das war genau die richtige Entscheidung.

„Das Tennis hat mir wirklich geholfen, das Geschehene zu verarbeiten. Klar war es eine Herausforderung, aber auch eine fantastische Freiheit, wieder Sport treiben zu können.”

Im Laufe der Jahre hat Rebecka schon eine Reihe von Preisen vom Rollstuhltennis nach Hause gebracht.

„Am wertvollsten sind mir meine Goldmedaillen von den schwedischen Meisterschaften. Ich glaube, es sind schon sechs oder sieben Stück”, sagt sie lachend.

TV-Star
Rebecka Sternisa Bellander ist zwar ganz auf Tennis fixiert, schafft es aber gleichzeitig, eine Ausbildung als Lehrerin zu absolvieren.

„Ich kann ja nicht mein ganzes Leben lang Tennis spielen,” stellt sie nüchtern fest. „Ich brauche etwas, auf dem ich später aufbauen kann und der Beruf der Unterstufenlehrerin lockt mich durchaus.”

Sie ist in ganz Europa von einem Turnier zum nächsten unterwegs und da bleibt nicht viel Zeit für andere Dinge. Aber ihr Freund Sava bekommt trotzdem seine Tennisheldin hin und wieder zu sehen.

„Man muss seine Zeit gut planen,” sagt Rebecka. „Wir sehen uns schon öfter mal und manchmal begleitet er mich auch, wenn ich ein Turnier spiele.”

Dass ihr die Gelegenheit geboten wurde, an der TV-Sendung Vinnarskallar teilzunehmen, betrachtet sie als große Ehre.

„Das war fantastisch. Alle diese tollen Sportler zu treffen, dabei zu sein und unsere Schicksale miteinander zu teilen, das hat uns sehr zusammengeschweißt. Und dann war es ja nicht unbedingt ein Nachteil, dass das Programm im November auf Gran Canaria eingespielt wurde, wenn es hier zu Hause in Schweden am ödesten ist.”

Heimatverbunden
Rebecka wurde in Oskarshamn geboren und will der Stadt auch die Treue halten.

„Sicher ziehe ich vielleicht für eine Weile woanders hin”, sagt sie. „Aber wenn die Zeit kommt, eine Familie zu gründen, möchte ich definitiv wieder zurückkehren. Es ist die perfekte Stadt, um hier aufzuwachsen.”

Wenn sie wider Erwarten etwas Freizeit hat, dann locken sie Sonne, Bademöglichkeiten und Naturerlebnisse an die frische Luft.

„Im letzten Sommer habe ich entdeckt, wie schön es in Havslätt ist”, sagt sie. „Dort gibt es alles - Sandstrand, Rasenflächen, Betonsteg und ein Restaurant. Unglaublich toll!”

Stensjöby ist ebenfalls ein Ort, den der junge Tennisstar hin und wieder besucht.

„Unglaublich hübsche Natur und ein schöner Platz zum Ausspannen.”

Siegertyp und heimatverbunden. Mit Sicherheit werden wir den Namen Rebecka Sternisa Bellander zukünftig noch häufig zu hören bekommen.